Ich kann gute Texte schreiben, Gedichte, Lieder und auch Zeilen.
Über die Liebe und das Leben, über das Nehmen und das Geben.
Über Hass und über Wut, über Stärke und auch Mut.
Über Trauer und auch Freude, über Morgen und auch Heute.
Über dich und über mich, über ihn, sie, es, uns, euch und sie.
Doch über eine Sache in diesen schrecklichen Tagen, wird mir das Schreiben zur großen Plage. Denn..

Meine Worte wollen sich einfach nicht reimen, meine Zeilen wollen nicht richtig erscheinen, die Buchstaben finden nicht ihren Ort, weil ich selbst nicht finde das richtige Wort.
Mir stockt plötzlich der Atem und mir kommen die Tränen, weil ich den Fernseher einschalten und die Nachrichten sehe.

Eine kalte Gänsehaut legt sich auf meine Haut, in meinen Venen spüre ich, wie das Blut rauscht.
Ich kann den Takt, das Pochen meines Herzens so klar und deutlich hören, und der Schmerz in meiner Brust will einfach nicht aufhören.

Meine Augen sind weit aufgerissen, mein Atem, der ist flach, erneut überfällt mich ein kalter Schauer so unerwartet und rasch.

Ich kann die Melodie, die Stimme, die Trauer in mir spürn’, das Bluten meines Herzens, den Fieber auf der Stirn.

Diese Sache lässt jede Macht die ich über mich selbst hatte ,erlischen. Lässt jede Träne, die ich sonst so perfekt halte, fließen. Lässt jenen Klos im Hals den ich sonst im Griff habe, wachsen und macht aus mir ein emotionales Wrack.

Ich rede über den Krieg.
Über die Flüchtlinge, diese Menschenmassen, die vor dem Krieg fliehen. In der Hoffnung Sie werden endlich gerettet, und sie wachen bald auf eingebettet, aber nicht in ihrem Sarg sondern in einem Bett, aus Holz, mit 4 Beinen, das wär ehrlich nett.

Und deswegen fliehen sie weil sie hoffen in Frieden zu leben, weil sie aus der Heimat gehen um einfach im Frieden zu leben. Weil sie so wie jeder andere Mensch nach dem Glück streben und für diesen Frieden ihr komplettes Hab und Gut geben.

Weil Glück Frieden bedeutet. Und Frieden heißt Flucht. Also fliehen sie, mit zwei weinenden Augen und die Angst überkommt sie mit einer enormen Wucht.

Sie fliehen weil sie müssen und nicht weil sie wollen, denn wer würde schon freiwillig aus seinem eigenen Land gehen wollen.

Sie fliehen, weil sie sich retten müssen vor den Bomben und den bösen Menschen vor dem Tod müssen sich retten, doch eigentlich wollen sie nicht gehen, wetten? Aber sie müssen, weil sie sonst sterben und wenn keine Bombe sie erfasst und sie somit nicht sterben, werden sie verhungern und somit grausam krepieren, wann werden diese ‘Anti-Flüchtlings-Menschen’ das endlich kapieren?

Also begeben sie sich auf eine lange, kalte gefährliche Flucht, die so sicher ist wie der Fall in eine harte Schlucht.
Also fliehen sie, tagelang unterwegs zu Fuß, also denken Sie wir schaffen das, und verlieren nicht den Mut, und so hoffen sie und beten diese ganzen Tage zu Fuß, dass der liebe Gott ihnen hilft auf ihrer grausamen Flucht.

Deswegen laufen sie weg, und bleiben nicht stehen, ausgehungert und müde, so weit mussten sie schon gehen. Auf Armen werden die Kinder getragen, an leeren Wasserflaschen müssen sie durstig nagen, sag mir ehrlich, wie soll ein Mutterherz das nur ertragen?

Auf ein Boot, so wacklig wie ein loses Seil, steigen Sie mit viel zu vielen anderen Menschen ein, theoretisch würde man meinen so viele Menschen passen da niemals rein, doch das grausame Gegenteile wird zur Wahrheit zu viele Seelen wein’.

Und so sitzen sie gequetscht, auf diesem wackligem Boot, in einer Menschenmasse, der Geruch von Panik und Tod schwebt in der Luft über dieser trostlosen Masse.

Und sie beten und beten und halten ihre Hände gefaltet, die Augen geschlossen, die Luft angehalten, sie hören ihre innere Stimme, ihr Inneres Leiden, ihr Inneres Schreien, ihr inneres Weinen.
Doch sie geben nicht auf, keiner von ihnen, denn ein Versagen wäre nicht zu verzeihen.

Alle finden den Mut weiterzuleben, denn sie geben sich gegenseitig Kraft und Halt, sie sagen sich ‘wir schaffen das egal wie trist und kalt, die Flucht wird, denn irgendwann sind wir auch am Ziel, bald sind wir da, ja wir durchleben viel. Ja wir erleiden einiges von großem Leid bis zu tiefer Trauer, und plötzlich sind wir dann eingesperrt in Europa, denn da ist eine Mauer aus Draht und Stacheln, doch wir wollen nicht lang Fackeln, also quetschen wir uns irgendwie durch diese Stacheln. Und kämpfen, denn wir geben nicht auf, egal wie das endet wir geben nicht auf.’ Das sagen sie sich, im
Gemurmel, und so geben sie sich gegenseitig Mut, sie verstehen sich und beruhigen sich und nehmen sich gegenseitig die Wut. Die Wut auf die Unmenschlichkeit und die Wut auf diese Menschen, die so hasserfüllt sind und kalt.

Alle kämpfen sich durch, durch diesen harten Weg, auf dem ihnen die Menschheit viel zu große Steine legt.

Alle halten fest an dem wichtigsten, was sie besitzen, an ihren kleinen Kindern die weinend und kraftlos auf ihren Schößen sitzen. Untröstlich und verstört zittern diese Kinder, sie verstehen die Welt nicht, sie sind doch kleine Kinder. Und deswegen summen die Mütter mit letzter Kraft beruhigende Lieder, bis die Augen der Kinder erschöpft fallen nieder.

Und so werden die Großen die Kleinen und die Kleinen die Großen bewachen denn keiner gibt die Hoffnung auf, den Morgen mit Vogelgesang und nicht mit Bombengeräuschen zu erwachen.

Und diese Bomben, sie zerstörten alles was noch ging, von Häusern bis zur Natur alles ist jetzt hin. Und auch Menschen, wurden verwundet von dem brutalen Krieg, egal ob Tiere oder Menschen alle sterben in diesem grausamen Krieg.

Der Hass auf den Staat, er sitzt jetzt viel zu tief und selbst die Stimme des Imans erlischt weil keiner sich erinnert wie er rief, wie er predigte, dass Frieden das Wichtigste sei, weil nur durch Frieden und Gerechtigkeit ist jeder Mensch frei.

Frei sein, das wärs, genau das ist das Ziel, warum denken viele das ist viel zu viel?

Wie wenn das Leid, in dieser Welt nun nicht schlimm genug wäre, tun manche so als ob es das Wort Menschlichkeit nicht gäbe. Deswegen kickt man Flüchtlinge einfach mit den Füßen und lässt sie somit noch mehr für den Krieg büßen, obwohl sie keine Schuld tragen, sie sind lediglich die Opfer dieser grausamen Plage.

Die grauenhafte Welt hat erst jetzt ein Bild, das sind Menschen und nicht Tiere, glaubt mir sie sind wirklich nicht wild. Doch was macht man, man schlägt sie und man bewegt sie wie Schachfiguren von A nach B. Dieses Drama in unserer Welt, es tut mir im Herzen weh.

(via krvptonit)

Das ist ein Meisterwerk. Ich bin stolz auf dich meine Maus ❤️

(via voglushja)